Erotik oder so
Wie über etwas schreiben oder sprechen, was doch aus dem Unausgesprochenen, aus dem Verborgenen geboren wird? Aus dem Schatten und dem anwesend Unsichtbaren, das mit seiner Sichtbarkeit auch seine Kraft verlieren würde. Doch gerade diese Sichtbarkeit, das grelle Licht von Nacktheit und Entblößung beherrscht heute Bilder von Erotik, von Lust und Sexualität.
Anstatt den Schatten einfach Schatten sein zu lassen, wird versucht ein Bild, eine Idee zu schaffen, indem man die Dunkelheit und Phantasie vertreibt, das Unterbewusste ausleuchtet, bis es im grellen Licht zwischen entblößten Genitalien und einem Zuviel an nackter Haut vergeht.
Erotik als eine Möglichkeit, ohne Tatsachen, Fakten und Sicherheiten. Ein Spielplatz für die Träumer und Abenteurer, auf dem die Wissenschaftler und Besserwisser Platzverbot haben. Denn hier zählt nicht das Starre, Sichtbare und Beweisbare, sondern die Bewegung, das Verborgene und die Ungewissheit.
Wie bei einem Spiel bei dem der Sieger schon längst bekannt ist, hat auch das in den Medien transportierte Bild von Sexualität und Erotik jede Spannung verloren. Anstatt Antizipation, Herausforderung und Ungewissheit bekommen wir heutzutage Fertiggerichte zum Aufwärmen, geben jede Verantwortung an unsere Lieferanten oder Partner ab und wollen im Bett als auch in der Liebe nicht mehr handeln, sondern nur noch konsumieren müssen.
Auch wenn sie sich die Bilder von Cihan Alpgiray sich einer ihrem Zweck angepassten Sprache und Logik bedienen, erzeugen sie für mich doch eine andere Stimmung, als ich es von vielen ähnlichen Werbungen gewohnt bin und bildeten das Fundament für obige Gedanken. Vielleicht sind die Fotos auch genau das was ich oben angeprangert habe, aber ich find die Frau einfach wunderhübsch und die Unterwäsche, besonders das letzte Höschen, einfach genial.




